| Written by Angela Lampl
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Meet the members of our #IDENTECfamily: Eric Jaeger
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Angi: Hallo Eric, beginnen wir damit, wo du zu Hause bist. Kannst du uns erzählen, in welcher Stadt du lebst und was dir an diesem Ort besonders gefällt?
Eric:
Als gebürtiger US-Amerikaner lebe ich seit 54 Jahren in Höchst und bin hier tief verwurzelt. Obwohl meine Großeltern in den 1920er-Jahren in die USA ausgewandert sind und in die Familie erst eine Generation später zurückkehrten, ist Höchst für mich Heimat.
Besonders schätze ich die Lage: Ich wohne direkt am Siedlungsrand, und vor mir erstreckt sich das Ried des Rheindeltas bis zum Bodensee. Die Nähe zur Natur, die Weite der Landschaft und die Ruhe machen diesen Ort für mich besonders lebenswert.
Angi: Es klingt, als hätte die Natur schon immer einen besonderen Platz in deinem Leben. Gibt es einen Ort, an dem du besonders gerne Zeit verbringst?
Eric:
Einen ganz besonderen Ort gibt es für mich in unseren Streuobstwiesen. Ich habe viele Hochstamm-Obstbäume, die jedes Jahr im Winter geschnitten werden müssen. Wenn ich dann hoch oben auf der Leiter stehe, der kalte Nordwind um meine Ohren pfeift und ich über die winterliche Riedlandschaft blicke, kann ich am besten abschalten. Diese Ruhe und Weite geben mir neue Energie.
Bildbeschreibung: Erics Obstgarten auf der Nordseite des Grundstücks.
Angi: Werfen wir nun einen Blick auf deinen beruflichen Werdegang. Erzähl uns etwas über deine Ausbildung. Was hast du studiert und wie hat deine Karriere begonnen?
Eric: Nach meiner Ausbildung an der HTL habe ich rasch festgestellt, dass ich zwar ein gutes technisches Verständnis mitbringe, meine Stärken aber vor allem an der Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft liegen. Deshalb habe ich zusätzlich die HAK-Matura nachgeholt.
Der Wunsch, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln, hat mich auch später begleitet. Mit 40 Jahren habe ich berufsbegleitend ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen. Diese Kombination aus technischem und betriebswirtschaftlichem Wissen prägt meine berufliche Laufbahn bis heute und hilft mir insbesondere in den Bereichen Supply Chain Management, Logistik und Projektmanagement.
Der sicherlich interessanteste Aspekt meiner beruflichen Laufbahn war meine Zeit bei meinem ersten Arbeitgeber, dem Beschlägehersteller Grass in Höchst. Dort konnte ich mich durch Engagement, Einsatz und erfolgreiche Arbeit Schritt für Schritt hocharbeiten und wurde bereits im Alter von 29 Jahren zum Betriebsleiter mit Verantwortung für mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernannt und war für Produktion, Arbeitsvorbereitung, Entwicklung und Technik zuständig.
Angi: Du bist inzwischen seit vielen Jahren bei Identec Solutions. Was machst du dort und wann bist du zum Unternehmen gekommen?
Eric: Ich habe vor 15 Jahren bei Identec Solutions angefangen und bin seitdem für die globale Supply Chain zuständig.
Angi: Was gefällt dir an deiner heutigen Aufgabe am meisten?
Eric: Am meisten gefällt mir an meiner Arbeit, wenn am Ende eines Projekts alle Zahnräder perfekt ineinandergreifen. In unserem Projektgeschäft müssen viele Bereiche zusammenspielen – von der Supply Chain über die Technik bis hin zu den individuellen Kundenwünschen. Es motiviert mich, wenn es gelingt, alle Komponenten termingerecht zu koordinieren und der Kunde am Ende die gewünschte Lösung pünktlich erhält.
Angi: Gibt es einen Leitsatz, der deine Arbeitsweise besonders prägt?
Eric: Mein Motto lautet: „Über den Tellerrand schauen.“ Ich versuche stets, das große Ganze zu sehen und Entscheidungen nicht nur aus der Perspektive meines eigenen Bereichs zu treffen. Das hilft mir, bessere und nachhaltigere Lösungen zu finden.
Angi: Was erfüllt dich bei deiner Arbeit am meisten?
Eric: Am meisten Freude bereitet es mir, wenn Mitarbeiter Verantwortung übernehmen und eigene Ideen zur Verbesserung einbringen. Zu sehen, wie diese Ideen nach gemeinsamer Abstimmung erfolgreich umgesetzt werden und zu besseren Ergebnissen führen, ist für mich besonders motivierend.
Angi: Das Supply Chain Management hat sich in den vergangenen 15 Jahren stark verändert. Wie hat sich deine Arbeit in dieser Zeit entwickelt?
Eric: In den vergangenen 15 Jahren ist die Arbeit in der Supply Chain deutlich komplexer geworden. Durch unser internationales Projektgeschäft müssen wir heute wesentlich mehr länderspezifische Vorschriften, Zollbestimmungen und Logistikprozesse beachten – insbesondere in Ländern der südlichen Hemisphäre.
Zusätzlich haben Krisen wie die Pandemie und geopolitische Ereignisse die globalen Lieferketten stark beeinflusst und Flexibilität zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor gemacht. Eine große Hilfe ist in den letzten ein bis zwei Jahren der Einsatz von künstlicher Intelligenz geworden. Sie unterstützt mich täglich bei Recherchen, Übersetzungen und der Erstellung von Dokumenten und ermöglicht dadurch ein deutlich effizienteres Arbeiten.
Angi: Bei Identec Solutions haben wir fünf Unternehmenswerte: Visionary, Open, Responsible, Leading und Global. Welcher dieser Werte ist dir persönlich am wichtigsten und wie lebst du ihn im Arbeitsalltag?
Eric: Von unseren fünf Unternehmenswerten ist für mich „Verantwortungsbewusst“ am bedeutendsten. In der Supply Chain haben unsere Entscheidungen direkten Einfluss auf Kunden, Lieferanten und den Unternehmenserfolg. Deshalb ist es mir wichtig, Risiken frühzeitig zu erkennen, transparent zu kommunizieren und Verantwortung für Lösungen zu übernehmen. So stelle ich sicher, dass unsere Lieferketten zuverlässig funktionieren und unsere Kunden bestmöglich betreut werden.
Angi: Was machst du gerne, wenn du nicht arbeitest? Hast du Hobbys oder besondere Interessen?
Eric: Ich bin seit 45 Jahren Ahnenforscher und bin zusätzlich in der Heimatgemeinde ehrenamtlich für das Schaudepot (= Heimatmuseum) verantwortlich.
Das neueste Projekt ist die Instandsetzung einer alten Mais- und Getreidemühle aus dem Jahr 1912, die seit 50 Jahren außer Betrieb ist. Daneben habe ich noch 70 Obstbäume; davon sind 30 Hochstämme.
Bildbeschreibung: Mais- und Getreidemühle.
Angi: Wow, das sind eine ganze Menge Bäume! Auch das Restaurierungsprojekt klingt faszinierend. Wie ist die Idee entstanden, die Mühle von 1915 zu restaurieren?
Eric: Gemeinsam mit Kollegen bin ich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Gemeinde Höchst tätig. Unser Ziel ist es, die Geschichte unserer Gemeinde für zukünftige Generationen zu bewahren.
Die Besitzer der Mühle kontaktierten uns mit der Frage, ob wir in der Gemeindeinfo über die Mühle berichten möchten. Bei einem Besuch erkannten wir sofort das große Potenzial dieses Kulturguts und waren uns einig, dass es unbedingt erhalten werden sollte.
Angi: Die Ahnenforschung begleitet dich also schon seit vielen Jahren. Wie bist du dazu gekommen und was fasziniert dich bis heute daran?
Eric: Da beide meiner Eltern Einzelkinder waren, hatte ich weder Tanten noch Onkel noch Cousins noch Cousinen. Zudem war unsere Familie auf unterschiedlichen Kontinenten beheimatet. Deshalb wollte ich schon früh mehr über meine Wurzeln erfahren und begann bereits im Alter von 15 Jahren mit der Ahnenforschung.
Bis heute fasziniert mich, wie sich durch Dokumente, Fotos und Geschichten nach und nach das Leben früherer Generationen zusammensetzen lässt.
Angi: Nach Jahrzehnten der Forschung hast du sicher viele außergewöhnliche Geschichten entdeckt. Was war die spannendste Entdeckung?
Eric: Der spannendste Fund meiner Ahnenforschung sind eigentlich gleich zwei Entdeckungen:
Zum einen habe ich festgestellt, dass meine Frau und ich vor rund 380 Jahren – also vor etwa elf Generationen – dieselben Vorfahren hatten. Obwohl wir uns erst in der heutigen Zeit kennengelernt haben, sind unsere Familienlinien bereits im 17. Jahrhundert miteinander verbunden.
Zum anderen führte die Ahnenforschung bei meiner Schwiegertochter zu einer überraschenden Entdeckung: Zu ihren Vorfahren gehört ein russischer Prinz. Über diese Linie lässt sich ihre Abstammung einerseits bis in den Hochadel der baltischen Staaten im Mittelalter zurückverfolgen und andererseits bis zum griechisch-orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel.
Bildbeschreibung: Links: Markus Wallner (Landeshauptmann von Vorarlberg) und Eric bei der Verleihung der Auszeichnung für besonderes ehrenamtliches Engagement.
Rechts: Eines von Erics Ahnenforschungsprojekten, bei dem 18 US-Amerikaner mehr über ihren Großvater erfahren konnten.
Angi: Eric, vielen Dank, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast. Vom Aufbau globaler Lieferketten bis zur Bewahrung regionaler Geschichte – es ist inspirierend zu sehen, wie Neugier und die Bereitschaft, über den eigenen Horizont hinauszublicken, dein Leben geprägt haben.
Eric: Vielen Dank, Angi. Es war mir eine Freude, ein wenig aus meinem Lebensweg zu erzählen. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, zurückzublicken, und hoffe, dass meine Geschichte andere dazu ermutigt, neugierig zu bleiben, ständig dazuzulernen und immer über den eigenen Horizont hinauszuschauen.
Videobeschreibung: Getreidemühle
Quellen: Bilder und Videos – Eric Jaeger